Deutsch Michel vs Dorf der Unbeugsamen

Lange bevor der “Deutsche Michel” definiert wurde gab es den Germanen. Der  “Listige”, in Sippen und Stämme, lebend. DER GERMANE TROTZTE DER LEGIONEN VON ROM! Er ließ sich nicht beherrschen, die Sippen wurden gestärkt zu Stämme durch ZUSAMMENHALT.

Letztendlich war es der 25-jährige Arminius (“Hermann”), ein Fürst vom Stamm der Cherusker, ein Stammes-Verband der antiken Germanen aus dem heutigen Ost-Westfalen, Weser, Niedersachsen bis zur Elbe!

Er wurde “entführt” und konnte in Rom eine bedeutende Position erlangen. Im Herzen blieb er GERMANE!

Quelle: Landschaft-Verband-Lippe.de

 

Für Tacitus war der Cheruskerfürst Arminius „ohne Zweifel der Befreier Germaniens”!

“Hatte Arminius ein Germanen-Gen”?

Wenn ja, wo ist das “Gen” beim “Deutschen Michel” geblieben?

Quelle: www.zinnfigur.com

Der stolze Verteidiger seiner Sippe und Stämme, abgehärtet, stark, Kälte-Resistent, mutig….wurde in einigen Jahren zu einer strittigen Figur: “Im Jahr 1541 – Deutscher Michel erstmals schriftlich erwähnt”!

Etwa 1.500 Jahre später wurde aus dem stolzen “Germane”, ein “Teutscher Michel”

Quelle: Wikipedia.org

Was genau ist ein Deutscher Michel? Zitat aus “Cicero” und wie genau hat sich der “Teutsch” entwickelt?

“Was macht eigentlich: der deutsche Michel? Er schläft. Oder ist gar schon entschlafen. Mehr als ein Jahrtausend hat er treu „den Deutschen“ verkörpert, wechselnder Geschichte seinen Namen und seine Gestalt gegeben. Am Ende aber hat keiner seinen Abgang bemerkt, niemand ihn vermisst, gewürdigt oder ein Wort des Dankes nachgerufen.

Der wird mit dem Untergang des Rittertums erst einmal verbürgerlicht. Auf die Ritter des Deutschen Ordens wird gereimt: „Die Teutschen Michel nennt man uns, ist wahr, künden nicht viel Latein, denn fressen, saufen, Buben sein.“ Überhaupt, wer nicht Latein zu sprechen vermag, ist bald ein „Idiot, Barbar, deutscher Michel“. Ihm folgen der vertrottelte, aber allseits vertraute Dorf-Michel, der Käs-, der Dreck-, der Dumm-Michel.”

Quelle: Wilhelm Busch

“Dieses listige Lauern; dieser schiefe Mund, der auf eine Autorität oder Kritik wartet, um sein Urteil zu bestimmen; die steifen Locken, die sich aus der Nachtmütze drängen, wie alte verrostete Gedanken, die du immer wieder hören möchtest.“ Kleist macht aus Hans Kohlhase nicht zufällig „Michael Kohlhaas“. Dagegen bauen andere Sankt Michael auf. Luther schreibt: „Hüte dich nur vor einem Feinde in dir, der Eitelkeit und dem fleischlichen Hochmut, dann kannst du ein echter, rechter Erzengel Michael deutscher Lande werden.“

” „Der deutsche Michel“. Johannes Scherr schreibt einen vierbändigen Roman „Michel. Geschichte eines Deutschen unserer Zeit“. 1893 heizt einer weiter an: „Feinde ringsum!

Michel, wirf hin das Zagen, warst du Siegfried, nun werde Hagen. “Du Michel hast das kämpfen aufgeben zum Preise eines Sklaven-Thum!”

Quelle: www.dietwald-doblies.de

1915 „dichtet“ H. R. Kreibich: „Michel, fasse den Ger, heb hoch die wuchtige Wehr! Und los auf den Welschen, den Russen, los! Und dann heb, Michel, dann hebe den Fuß, der die britische Schlange zertreten muss.“ Noch im Frühjahr 1918 appelliert eine ernsthafte „Geschichte des deutschen Michels“: „Bei deines Namens hellem Erzengelklang, bleibe wach und hart, deutscher Michel!“

Für diesen Michel wird die Niederlage 1918 zum Todesstoß. Er hat sich vor der Nation selbst Lügen gestraft, das Gesicht und die Glaubwürdigkeit verloren. Nur verschämt lässt er sich in den zwanziger Jahren hier und da blicken, geschlagen, selbst-anklägerisch, resigniert. Einem Regime, das ein „tausendjähriges“ sein will, kann er nicht mehr nützlich sein. Mühelos und konsequent schickt es ihn ins Exil.

Als er nach seiner zweiten, „totalen“ Niederlage zurückkehrt, ist er gebrochen, ziel- und hoffnungslos, ausgepowert und ausgemergelt. Zwar frisst er sich im Wirtschaftswunder noch einmal Wanst und Stärke an. Dann bringt ihn ein Abführmittel, „Darmol“, mit seiner Werbung endgültig zu Bett, im Schlafanzug, mit Kerze, Puschen und Zipfelmütze.

Da liegt er nun, der deutsche Michel. Jahrhundertelang war er uns ein getreuer Spiegel der Geschichte, ja selbst ein Teil davon. Alle ihre Wandlungen und Spannungen hat er mitgemacht, in guten wie in schlechten Tagen.

Erfolge und Misserfolge, Stärken und Schwächen, Wohlstand und Not, Ideale und Irrtümer der Deutschen, er ist voran-marschiert, er ist ihnen nachgelaufen, er ist mit ihnen groß geworden und mit ihnen gescheitert.

Bis seine Kraft im ständigen Auf und Ab verbraucht war. Und zuletzt auch kein „Sommermärchen“ mehr die Deutschen in einem Abbild zusammenzuführen, zu einen vermochte.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten

Quelle: pictures alliance

Wo Europa zusammenwächst, ist kein Raum mehr für Nationalismen, und wenn Liberalisierung und Digitalisierung Konjunktur haben, feiern Individuen Hoch-Zeit, nicht Kollektive. Requiescas in pace?

Nein, deutscher Michel, ruhe in Frieden! Günther von Lojewski war langjähriger Intendant des SFB, ist Publizist, Honorarprofessor an der FU Berlin und Direktor des Journalistenkollegs (Quelle)

#### Teil zwei über unser wehrhaftes, vorbildliches Dorf folgt. DIE ZELLEN-BILDUNG ####

 

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